Aufruf

Eberhard Schulz - Sprecher der Initative !Nie wieder
Eberhard Schulz
Alon Meyer - Präsident von Makkabi Deutschland
Alon Meyer

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter von „!Nie wieder“,
verehrte Freundinnen und Freunde,

wir richten uns an Euch und Sie, also an jene, für die der Fußball mehr ist, als nur das Runde ins Eckige zu befördern.

Wir laden herzlich ein zur Mitgestaltung der 2. Frankfurter Versammlung vom 11. bis 13. Januar 2019.

Dabei berufen wir uns auf eine nunmehr 15jährige Geschichte unserer Initiative: !Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball nimmt die Botschaft der Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau auf und hat sie sich zu eigen gemacht.

Er versteht sich als ein starker Beitrag für eine wertschätzende, wehrhafte und demokratische Gesellschaft, in der das Achten der Würde jedes Menschen unveräußerlich ist.

Mit diesen Kernsätzen begann die Einladung zur 1. Frankfurter Versammlung im Januar 2014. Anlass war das 10jährige Bestehen von !Nie wieder. Bereits damals hatten wir uns getroffen und ausgetauscht, weil wir Zeichen setzen wollten gegen den wachsenden Rassismus im Fußball und in der Zivilgesellschaft und gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit und weil das Engagement für ein wertschätzendes demokratisches Gemeinwesen unveräußerlich ist.

Fünf Jahre danach sind unsere Grundpositionen die gleichen geblieben. Was sich verändert hat, ist die gesellschaftliche Stimmungs- und Gemengelage.

Unsere ausländischen, unsere jüdischen, unsere Roma- und Sinti-Freunde werden verstärkt angegriffen.

Gruppen und Fußballvereine, die sich für geflüchtete Menschen in beispielhafter Weise einsetzen, müssen sich für ihre Engagements zumindest rechtfertigen oder werden offen und aufs Übelste angefeindet. Viel zu selten erhalten sie öffentliche Stärkung und Unterstützung durch die politisch Verantwortlichen oder durch ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Menschen aus der so genannten Mitte der Gesellschaft  verschieben, unterhöhlen und verhöhnen die Grenzen von Anstand und Moral: mit Verbalattacken in sozialen Netzwerken, mit Hasstiraden über Geflüchtete und auf Journalisten*innen, Nationalspieler und andere, die sich für etwas einsetzen, was jahrzehntelang selbstverständlich geworden zu sein schien: Ein wertschätzendes Miteinander in einer Gesellschaft auf der Grundlage des Grundgesetzes und auf dem Boden eines geeinten Europas.

Wir von !Nie wieder sagen: Es reicht!

Deshalb laden wir die Fußballfamilie und die Zivilgesellschaft zu einer zweiten Versammlung nach Frankfurt ein.

2. Frankfurter Versammlung
Erinnern reicht nicht! Ermutigung zur Einmischung

 

In Gesprächen mit Zeitzeugen aus der Schweiz, Israel und Deutschland, in Vorträgen, Diskussionsforen, Talkrunden, in 14 Panels und in einem Konzert mit Esther Bejarano und ihrer Microphone Mafia wird das Motto der Versammlung entfaltet und gelebt. Dabei geht es sowohl um die Angelegenheiten des Fußballs, als auch um die der Gesellschaft.

Das Programmangebot in Frankfurt ist intellektuell anspruchsvoll und praxisnah gestaltet. Es ist inspiriert von der Gestaltungskraft des großen Walther Bensemann, der sein fußballerisches Wirken und seine Einmischungen gegen den Wahn des Nationalismus als Friedens fördernd verstand. Mit seiner Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa in der Kicker-Ausgabe vom November 1923 setzte er Maßstäbe.

Von seiner Person und von seinem Lebenswerk her betrachtet ist es stimmig, dass sich neben den Zeitzeugen*innen und allen anderen Teilnehmer*innen, die nach Frankfurt kommen, Persönlichkeiten aus dem Fußball und der Zivilgesellschaft dort einbringen werden:

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma

Reinhard Grindel, DFB-Präsident

Dr. Reinhard Rauball, Präsident der DFL

und der Politiker und überzeugte Europäer, Daniel Cohn-Bendit, die Journalisten Werner Hansch, Marcel Reif und Ronny Blaschke, sowie der Historiker Prof. Dr. Lorenz Peiffer.

Es gibt viele gute Gründe, der Einladung der !Nie wieder – Mischpoke zu folgen und die 2. Frankfurter Versammlung mitzugestalten: für Fans aus der Kurve, für alle Fußballbegeisterte, für alle Anhänger*innen einer wehrhaften Demokratie und eines vereinten und starken Europas.

Wir freuen uns auf Euch, auf Sie und auf die gemeinsamen Tage in Frankfurt!

Glückauf, Shalom und Servus!                                                                

Eberhard Schulz Unterschrift
Eberhard Schulz – Sprecher der Initiative !Nie wieder Erinnerungstag im deutschen Fußball
Alon Meyer Unterschrift
Alon Meyer – Präsident von Makkabi Deutschland