Panel 12

Fußball im Nationalsozialismus – Gedenkstätten als Lernorte
Fußball als Lernorte der Gedenkstättenarbeit im Kreismuseum Wewelsburg Abteilung: „Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945  und in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Inputreferat und Workshop

Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933–1945 im ehemaligen SS-Wachgebäude am Burgvorplatz und die Evangelische Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau sind heute Lernorte, die umfassend über die Geschichte des Nationalsozialismus informieren. An diesen Orten wurden in Form von Themenrundgängen und Studientagen Lernmodelle entwickelt, die über das Thema „Fußball im Nationalsozialismus“ fußballinteressierte Gruppen, Ultragruppierungen, Fanclubs, Vereine, Schulen und Institutionen sowie Multiplikatoren informieren und auch fragen, was das für Heute bedeutet. Im Sinne einer „Erziehung nach Auschwitz“ werden Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus gesetzt. Dabei wird auch nach Toleranz, den Mut zur Zivilcourage, nach einem friedlichen Miteinander in der „Kurve“ und nach einem Miteinander in unserer bunten Zivilgesellschaft gefragt.

Der Fußball wurde in der Zeit des Nationalsozialismus gleichgeschaltet, jüdisch Spieler aus deren Mannschaften verdrängt und jüdische Vereine verboten. Die Nationalsozialisten instrumentalisierten den Fußball und Spieler. Viele Spieler und Vereine beteiligten sich an der Ausgrenzung „nicht-arischer“ Spieler. Denn es war „Mehr als nur ein Spiel“!

Die europäischen Nationen sollten sich in der Vorstellung der selbsternannten Elite der Nationalsozialisten „dem deutschen Wesen“ unterzuordnen haben. Die Wewelsburg 1933-1945 und das Konzentrationslager Dachau stehen für diese Wahnvorstellung. Die, die nicht ins nationalsozialistische Rasseraster passten, wurden ausgegrenzt, verfolgt und ermordet.

Referent*innen: Angelina Bracht und Klaus Schultz

Angelina BrachtAngelina Bracht (Fanprojekt Paderborn), Diplom-Sozialarbeiterin /-pädagogin. Seit 2010 beim Caritasverband Paderborn e.V. beschäftigt. Zuerst im Migrationsdienst mit dem Schwerpunkt Beratung für Asylsuchende und Flüchtlinge. Seit dem Start im Herbst 2012 im Fanprojekt Paderborn tätig. Verantwortlich für die Installation der Bildungsangebote (Themenrundgang und Studientag) „Mehr als nur ein Spiel – Fußball im Nationalsozialismus“ welche in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945 ein fester Bestandteil sind.

 

Klaus SchultzKlaus Schultz (Diakon in der Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau). Dort seit 1997 tätig. Bietet seit 2006 Rundgänge zu „Fußball im KZ“ für Fangruppen und Interessiert an, begleitet die Ausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball und ist Mitinitiator von „!Nie wieder“ – Erinnerungstag im deutschen Fußball.

 

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