Panel 13

Den Opfern einen Namen geben
Biographische Recherchen zu den im Nationalsozialismus ausgeschlossenen, vertriebenen und ermordeten jüdischen Vereinsmitgliedern

Workshop

Schon kurz nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begannen die Nationalsozialisten, offen gegen ihre politischen Gegner und gegen Andersdenkende vorzugehen. Im April 1933 forderte auch der Vorstand des Deutschen Fußballbundes seine Vereine auf, alle kommunistischen und jüdischen Mitglieder aus führenden und leitenden Stellungen zu entfernen. Diese Bestimmung sollte „sofort zur Durchführung“ gebracht werden. Viele Vereine folgten dieser Anordnung und schlossen Spieler, Funktionäre und einfache Mitglieder, Förderer und Anhänger aus den Vereinen aus. Ihre Namen verschwanden aus den Chroniken und Vereinslisten.

Unsere Aufgabe ist es, diese Menschen und deren Schicksale wieder zu benennen und sie in die Vereinsfamilie zurückzuholen. Mit Quellen aus dem International Tracing Service, dem Stadtarchiv München und anderen Archiven sollen während des Workshops Biografien einzelner jüdischer Spieler, Mitglieder und Förderer gemeinsam erforscht werden.

Referent*innen: Christiane Weber und Anton Löffelmeier

Christiane WeberChristiane Weber, M.A., arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Forschung und Bildung des International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen. Der ITS verwahrt 30 Millionen Dokumente zu ca. 17,5 Millionen KZ-Häftlingen, Zwangsarbeitern und Displaced Persons.

 

 

Anton LöffelmeierAnton Löffelmeier, M.A., seit 1988 als Archivar und Historiker am Stadtarchiv München tätig, zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Münchner Fußballvereine im Nationalsozialismus.

 

 

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